Mitgliederversammlung SPD-Ortsverein Uchte
SPD OV-Uchte
Uchte – Am Donnerstag, den 28. Januar, fand die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins der Samtgemeinde Uchte statt. Neben aktuellen Themen aus Partei und Kommunalpolitik stand die Ehrung verdienter Mitglieder im Mittelpunkt des Abends.
Zu Beginn der Versammlung gedachten die Anwesenden in einer stillen Gedenkminute der verstorbenen Mitglieder, die sich über viele Jahre hinweg für die sozialdemokratische Sache eingesetzt hatten. Vorsitzender und Versammlungsleiter betonte, dass ihre Arbeit und ihr Einsatz auch weiterhin in Erinnerung bleiben werden.
Im Anschluss daran erfolgten die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften, die die starke Verwurzelung der SPD in der Region eindrucksvoll widerspiegeln. Für 10 Jahre Mitgliedschaft wurden Harald Beetz und Timo Kortsch geehrt. Besonderer Dank galt auch Volker Barg, Uwe Lohmeyer, Reinhard Wolff und Bernd Kammann, die für 25 Jahre treue Mitarbeit bei der Verwirklichung gesellschaftspolitischer Ziele ausgezeichnet wurden. Sie setzen durch ihr Wirken im Ortsverein wie auch in kommunalpolitischen Gremien wichtige Akzent.
In Abwesenheit wurde Reinhard Becker aus Diepenau für sein 40-jähriges Engagement geehrt. Becker war über viele Jahre hinweg im Kreistag tätig und hat sich dort in besonderem Maße für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt. Ebenfalls in Abwesenheit erhielt Reinhard Wehmer aus Bohnhorst eine Auszeichnung für 50 Jahre Mitgliedschaft – ein halbes Jahrhundert gelebte Sozialdemokratie, das höchsten Respekt verdient.
Die Vorsitzende Tina Kortsch berichtet aus der Arbeit des Ortsvereins. Im vergangenen Jahr wurde die Arbeit mit einem Neujahrstreffen aufgenommen, anschließend engagierte sich der Ortsverein im Bundestagswahlkampf. Nach einer Moorbahnfahrt im Juni wurde im Dezember noch eine Fahrt in den Niedersächsischen Landtag auf Einladung des Wirtschaftsministers Grant Hendrik Tonne organisiert.
Vorsitzender Cord Rodenberg berichtete ausführlich aus der Arbeit des Samtgemeinderates. Im Mittelpunkt seines Berichts standen die angespannte Haushaltslage sowie wichtige kommunalpolitische Themen, die derzeit die Samtgemeinde bewegen.
Rodenberg machte deutlich, dass die finanzielle Situation der Samtgemeinde schwierig sei. „Die knappen Mittel haben leider dazu geführt, dass die Samtgemeindeumlage erhöht werden musste“, erklärte er. Diese Maßnahme wirke sich unmittelbar auf die Steuersätze in den Mitgliedsgemeinden aus, die dadurch ebenfalls ansteigen. Unter den Versammlungsteilnehmern herrschte weitgehend Einigkeit, dass eine Reduzierung der Ausgaben an vielen Stellen sinnvoller gewesen wäre, um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten.
Positiv äußerte sich der Vorsitzende über den modernisierten Fahrzeugpark der Feuerwehren. „Unsere Wehren sind nun technisch auf einem hervorragenden Stand, das stärkt die Sicherheit in der gesamten Samtgemeinde“, so Rodenberg.
Diskussionen gab es über die Erhöhung der Elternbeiträge in der Kinderbetreuung für unter Dreijährige. Diese Entscheidung war im Samtgemeinderat mit Mehrheit gegen die Stimmen der SPD getroffen worden. „Wir halten diese Maßnahme für ein falsches Signal“, betonte Rodenberg. Wichtig sei es, dass die Samtgemeinde für Familien attraktiv bleibe, statt zusätzliche finanzielle Belastungen zu schaffen.
Ein weiteres Thema war die Energiewende auf kommunaler Ebene. Der Vorsitzende berichtete, dass neue Flächennutzungspläne für Windkraft- und Freiflächen- Photovoltaikanlagen beschlossen wurden. Damit setze die Samtgemeinde ein klares Zeichen für den Ausbau erneuerbarer Energien und die nachhaltige Entwicklung in der Region.
Bürgermeister Jürgen Sievers berichtete anschließend über aktuelle Projekte und künftige Planungen des Fleckens Uchte.
Ein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung neuer Bauflächen. Laut Sievers konnten in den vergangenen Monaten mehrere Bauplätze erfolgreich verkauft werden. Gleichzeitig stellte er weitere Pläne für neue Baugebiete vor, für deren Umsetzung sich die SPD aktiv einsetzt. Besonders hervorgehoben wurde das geplante neue Wohnquartier auf dem Kaltenhagen, das modernen Wohnraum schaffen und dem steigenden Bedarf in der Region gerecht werden soll.
Auch der Straßenausbau im Wohngebiet Kornblumenring ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt. Die Bauarbeiten haben inzwischen begonnen und sollen die Verkehrssicherheit sowie die Lebensqualität für die Anwohner verbessern.
Positive Entwicklungen gibt es zudem im Bereich Umwelt- und Naturschutz: Die Renaturierung des Mühlenbachs wurde fortgesetzt. Ziel ist es, den Bach ökologisch aufzuwerten, Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu verbessern und gleichzeitig den Hochwasserschutz zu stärken.
Sorgen bereitet hingegen die medizinische Versorgung vor Ort. Die Schließung der Praxis Stein hat die Situation weiter verschärft. Auf der Versammlung wurde betont, dass die ärztliche Versorgung im Flecken Uchtes zunehmend schwierig wird. Die SPD kündigte an, sich verstärkt für Lösungen einzusetzen, damit die medizinische Betreuung langfristig sichergestellt werden kann.
Abschließend wurde der geplante Start des Glasfaserausbaus thematisiert. Der Ausbau des schnellen Internets gilt als wichtiger Schritt für die digitale Zukunft der Gemeinde und soll sowohl Privathaushalten als auch Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen.
Auch aus den umliegenden Gemeinden wurden auf der Versammlung aktuelle Entwicklungen und Beschlüsse vorgestellt. Für die Gemeinde Warmsen berichtete der Rat über den Beginn der Flurbereinigung in den Ortsteilen Sappeloh und Großenförde. Ziel ist es, landwirtschaftliche Flächen neu zu ordnen und die Infrastruktur im ländlichen Raum zu verbessern. Positiv hervorgehoben wurde zudem die Eröffnung des Dorfladens „Tante Enso“ im vergangenen Oktober, der einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgung vor Ort leistet.
Aus dem Rat des Flecken Diepenau informierte Jens Engelking über die angespannte Haushaltslage der Gemeinde. Trotz knapper finanzieller Mittel konnten wichtige Projekte umgesetzt werden, darunter der Abschluss des Ausbaus der Langen Straße. Für die Zukunft sind größere Investitionen geplant: Die Sanierung des Schwimmbads und der Turnhalle in Essern soll mithilfe eines Förderprogramms realisiert werden. Zudem wird erwogen, einen Antrag auf Städtebauförderung zu stellen. In diesem Zusammenhang gibt es Überlegungen, das ehemalige Gasthaus Stellhorn zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzunutzen, um einen zentralen Treffpunkt für das Dorfleben zu schaffen.
Für die Gemeinde Raddestorf berichtete Bärbel Kahlert über laufende und geplante Projekte. Die Renovierung der Turnhalle Kreuzkrug steht ebenso im Fokus wie die erneute Durchführung der beliebten Ferienspiele für Kinder und Jugendliche. Kahlert kündigte zudem an, bei der nächsten Wahl nicht erneut zu kandidieren. Als mögliche Nachfolgerin wurde Bianca Dallmann aus Glissen genannt.
Ein Bericht aus dem Kreistag kam von Uta Sievers. Sie verwies auf zahlreiche neu geschaffene Stellen, vor allem im sozialen Bereich – insbesondere in der Jugendhilfe, Altenhilfe und Pflegehilfe. Außerdem wurden Fortschritte im Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz hervorgehoben, um die Sicherheit der Bevölkerung weiter zu stärken. Mit Blick auf die kommende Wahl wurde zudem eine Änderung der Wahlbezirke bekannt gegeben: Künftig soll es nur noch drei Bezirke geben – die Samtgemeinde Uchte ist mit Steyerberg, der Samtgemeinde Mittelweser sowie Rehburg-Loccum ein Wahlbereich.
Die Berichte machten deutlich, dass die Kommunen der Region trotz finanzieller Herausforderungen aktiv an der Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur, sozialen Angebote und Dorfgemeinschaften arbeiten – mit dem Ziel, die Lebensqualität vor Ort nachhaltig zu verbessern und zu sichern.